Der Blog zur Abnehmen-Community: Ernährung, Teil 2: Industrienahrung }

Industrienahrung


Nahrung wird heute nicht mehr produziert wie früher - selbst jagen und sammeln, selbst kochen. Wir jagen im Supermarkt, die Nahrung ist oft schon gekocht und braucht nur noch warm gemacht zu werden.

Die Lebensmittelindustrie verfolgt primär zwei Ziele:

1. Geschmack: Lebensmittel müssen schmecken, sonst kauft sie der Kunde kein zweites Mal.

2. Preis: Lebensmittel müssen günstig zu produzieren sein. Ein günstiges Produkt verkauft sich öfter, und Gewinn muss auch noch drin sein.

Alles andere hat sich dem unterzuordnen, ein Interesse an gesunder Ernährung besteht bislang vermutlich eher nicht.

Die falsche Annahme, dass fettreiche Ernährung für Herz-/Kreislaufkrankheiten verantwortlich ist, hat allerdings zu einer Kundennachfrage geführt, weshalb es zum Angebot von fettreduzierten bzw. Light Produkten kam.

Geschmack

Geschmack lässt sich im wesentlichen durch vier Komponenten verbessern:

  • Süße - dazu zählen der weiße Industriezucker, aber auch Fructose (Fruchtzucker) und Stärke.
  • Salz - erhöht den Geschmack jeder Speise beträchtlich, könnte aber auch, je nach Studie und Menge, schädlich sein.
  • Fett - Fett ist ein Hauptgeschmacksträger. Ein Vollfettjoghurt schmeckt besser als ein fettreduzierter.
  • Glutamat - ein Zusatzstoff, der als Geschmacksverstärker gilt. Steht im Verdacht, Nachfolge-Hunger entstehen zu lassen und ist für einige schlecht verträglich. 

Glutamat als Zusatzstoff muss extra aufgelistet sein, deshalb verwendet die Industrie inzwischen Hefeextrakt, was grob vereinfacht das gleiche ist. Hefeextrakt gilt aber nicht als 'Zusatzstoff', sondern als Lebensmittel, weshalb es einfach in der langen Zutatenliste untergeht, statt hervorgehoben zu werden.

Light Produkte


Der Begriff ist zwar gebräuchlich, aber sehr schwammig. Er kann bedeuten, dass ein Lebensmittel fettreduziert, aber auch zuckerreduziert ist. Auf was sich das 'reduziert' bezieht, ist zudem Auslegungssache.

Wenn ein Lebensmittelhersteller ein sehr zucker-/fetthaltiges Produkt im Sortiment hat und eines, das davon 'weniger' besitzt, kann er es 'Light' nennen. Betrachtet man allerdings die absoluten Mengen an Zucker oder Fett, können diese immer noch enorm sein.

Besonders bei fettreduzierten Lebensmitteln gilt es, aufzupassen: Damit das fettreduzierte Produkt wieder besser schmeckt, setzen die Hersteller oft einen anderen der vier Geschmacksverstärker in erhöhtem Maße hinzu.
  • Sinkt also der Fettanteil, wird oft mehr Zucker beigemischt.
  • Sinkt der Zuckeranteil, wird oft der Fettanteil erhöht.

Mogelpackungen


Hefeextrakt findet sich fast in jedem Produkt und auch immer mehr Fructose (Fruchtzucker). Dieser ist billiger zu produzieren als weißer Zucker und gilt landläufig noch als der 'bessere' Zucker, weil er langsamer verstoffwechselt wird (also weniger den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt, siehe Artikel über Hunger).

Neueste Forschungsergebnisse machen allerdings genau die Fructose für die Entstehung von Altersdiabetes schon bei Jugendlichen verantwortlich. Da Fructose chemisch ähnlich wie Ethanol (Alkohol) aufgebaut ist (Alkohol entsteht ja auch aus vergorenen Früchten), soll sie die Leber auch genauso schädigen. Bei Obst ist das nicht so stark der Fall, da durch die Ballaststoffe wenig verstoffwechselt wird. Fructose wird aber inzwischen in Industrieprodukten in größeren Mengen als weißer Zucker eingesetzt.

Salz erhöht nicht nur den Geschmack, sondern auch den Durst. Im geheimen Coca-Cola-Rezept soll sehr viel Salz enthalten sein, damit man größere Mengen trinkt, den Durst aber nicht löscht. Um das Salz zu verdecken, kommt eben sehr viel Zucker dazu.


Süßstoffe


Süßstoffe als Alternative zu den natürlichen Süßen haben keine Kalorien, kamen aber in den Verdacht, Krebs auszulösen und dem Körper vorzugaukeln, es käme Zucker. Da der Körper den nicht bekomme, verlange er aber vehement nach dem, was ihm versprochen wurde.

Letzteres wurde untersucht, und tatsächlich: Bei einer von 100 Versuchspersonen stellte sich dieser Effekt ein. Da hilft nur ausprobieren: Gehörst Du genau zu diesem einem Prozent, das nach Süssstoff einen Hieper auf Süsses bekommst, solltest Du auf Süßstoff verzichten. In der Regel führt Süssstoff allein aber nicht zu erhöhter Nahrungsaufnahme.

Der Krebsverdacht konnte bislang weder bestätigt, noch ausgeräumt werden. Man kann zur Sicherheit auch auf Süßstoff verzichten - zu einer gesunden Ernährung gehört er sicherlich nicht.

Nachdem die ersten Süßstoffe sehr künstlich schmeckten (z.B. in Cola light), entwickelten sich besser schmeckende (z.B. in Cola zero). Süßstoffe sind allerdings ein Abfallprodukt, sie entstanden ursprünglich bei der Produktion von Abführmitteln. Süßstoff im Übermaß kann zu Durchfall führen.

Neu auf dem Markt ist Stevia, eine Pflanze, deren Blätter eine sehr hohe Süßkraft haben. Auch der Geschmack ist anders, aber nicht so künstlich. Probieren, ob das was für Dich ist. Es gilt als natürlich, Folgeerscheinungen sind noch nicht untersucht. Manchem erscheint der Nachgeschmack wie bei Lakritz. Auf die Zusammensetzung achten: In vielen Stevia-Produkten ist nicht nur Stevia, sondern auch "andere Zuckerarten". Am besten mal im Reformhaus informieren.


Zusammenfassung


  • Industrielle Nahrung wird möglichst günstig produziert und soll schmecken, dafür wird Zucker, Salz, Glutamat/Hefeextrakt und Fett hinzugefügt.
  • Light Produkte sind oft Mogelpackungen, auf die Kalorienzahl achten!
  • Süßstoffe in Übermaßen können abführend wirken, auch in Ausnahmefällen Hunger fördern. Richtig eingesetzt können sie aber deinen Appetit auf etwas Süßes ohne Kalorien stillen.
    Am besten langfristig abgewöhnen.
  • Laut neuesten Studien führt Fruktose in großen Mengen (Fruchtsaft) zu Übergewicht und Leberschäden.

Und was folgt aus all dem?

Es ist besser, selbst die Kontrolle über das zu übernehmen, was man isst:

LERNE KOCHEN! 


Nur so kannst Du zu unverarbeiteten Grundnahrungsmitteln greifen und weißt genau, was in deinem Essen ist.

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