Der Blog zur Abnehmen-Community: Gewicht, Teil 2 - Nie mehr Angst vor der Waage dank Trendgewicht }

Trendgewicht
  • Einerseits kann man jetzt beruhigt durchatmen und die täglichen Schwankungen auf der Waage ignorieren.
  • Andererseits erfahren wir auch bei der Methode mit einem einzigen Wiegetag in der Woche nicht unser genaues Gewicht - wie soll man denn wissen, ob man die Woche über erfolgreich war bei einer Ungenauigkeit von ganzen 3 Kilo?
  • Dritterseits kann die übliche Gewichtskurve einen vollkommen in die Irre führen - was aussieht wie ein Gewichtsanstieg kann in Wirklichkeit eine Abnahme sein.
Und das kann dich sämtliche Motivation kosten, mit der Diät fortzufahren - zum Glück gibt es das Trendgewicht!



Der Erfinder des Trendgewichts

John Walker, ein Software-Entwickler, stieg in die Führungsebene seiner Firma auf. Er hatte alles erreicht - viel Geld, eine tolle Position und Anerkennung, eine glückliche Familie. Nur sein Gewicht, das hatte er nie in den Griff bekommen. Eines Tages ärgerte er sich so sehr darüber, dass er sich auf dieses Problem stürzte. Durch seinen Werdegang war er nicht nur im Bereich Mathematik und Problemlösungen geschult, durch seine Manager-Karriere bekam er noch viele neue Werkzeuge in die Hand und so kam er auf eine Idee, die bislang niemand vor ihm hatte - er wendete etwas aus dem Bereich der Börsenkurse auf seinen Körper an...
Aufgepasst - hier kommt was Neues!
(Link zu seinem kostenlosen Buch gibt's unten).

Was ich jetzt erkläre, hat also etwas mit Zahlen zu tun - aber wieder gilt:
  • das ist wirklich leicht
  • es reicht, die Idee grob zu verstehen, damit Du darauf achten kannst, dass irgendeine App diese Auswertung für dich macht - dafür muss man nur wissen, dass es so etwas überhaupt gibt
  • es gibt auch Excel-Tabellen, die das Trendgewicht umsetzen
  • es gibt auch eine Zeichentechnik, bei der man kein Mathe braucht
Obwohl die Idee so simpel wie genial ist, hat sich Walkers Entdeckung bislang leider kaum in Abnehmkreisen herumgesprochen, dabei ist sein Buch schon 1994 erschienen.

Die leidige Gewichtskurve ohne Trendgewicht

Walker tat anfangs das, was die meisten von uns tun - sie tragen ihr Gewicht in ein Programm ein, das eine hübsche Grafik daraus macht. An dieser Gewichtskurve sieht man sehr deutlich, was ich im ersten Teil beschrieben habe, das Gewicht schwankt von Tag zu Tag. Und wieder ärgerte er sich - da hatte er sich lang und breit mit Kalorien und viel Rechnerei beschäftigt und war eigentlich überzeugt, das sich das in der Gewichtskurve genau so abzeichnen müsste. Aber er lernte bald, dass Wasser- und Glukose-Schwankungen ihm eine genaue Kurve ruinierten.

Es war sogar noch schlimmer - die Kurve war nicht nur ungenau, sie führte ihn in die Irre! 
Immer wieder fielen ihm Situationen auf, wo er an der Kurve nicht ablesen konnte, ob sein Gewicht sank, stieg oder einfach gleich blieb.

Dann sah er, dass seine Gewichtskurve den Aktienkursen ähnelte, die er jetzt täglich studieren musste - wie bewertet man den Wert einer Firma, deren Aktien Zick-Zack laufen? Steigt ihr Wert oder fällt er, da geht es um Millionen? Das ist ebenfalls in manchen Fällen kaum auf den ersten Blick zu entscheiden und genauso ging es ihm mit seinem Gewicht: Er wusste, das sein Gewicht einfach fallen musste, weil er sich streng an seinen Plan hielt, aber an der Gewichtskurve konnte er das so nicht ablesen.


Beispiel

Trendgewicht

Die blass-blauen Säulen im Hintergrund sind die Waagengewichte,
die grüne Säule ist der (damals) heutige Tag, nur deshalb doppelt so breit und grün. 

Betrachte nur die Säulen und ignoriere die blaue Linie (ja, genau, das ist das Trendgewicht).
Montag hatte ich 101.4 kg, Dienstag 100.5 kg, dann stieg mein Waagengewicht bis Samstag auf 102.8 kg, um am Sonntag (die grüne Säule) dann bei 101.2 kg zu liegen.
Das ist eine Differenz von 2.3 kg in einer Woche rauf und runter - schöner kann man die Schwankungen kaum zeigen.
Bei den Säulen kann ich überhaupt nicht erkennen, ob ich jetzt zu- oder abgenommen habe oder ob mein Gewicht gleich geblieben ist. Die Säulen entsprechen einer normalen Gewichtskurve, es geht Zick-Zack.
Trendgewicht
Normalerweise hätte ich frustriert aufgegeben - ich HABE in dieser Woche Kalorien gezählt, ich HABE alles richtig gemacht und das Gewicht steigt von Tag zu Tag, nur weil es zwischendurch mal Nudeln gab... Dass es am Sonntag plötzlich wieder rapide fällt - wer kann das ahnen?

Frust auf der Waage
Das Trendgewicht kann - und Du auch. Die leuchtend blaue Kurve ist John Walkers TrendgewichtSie rechnet die Wasserschwankungen raus und zeigt, wie sich das Gewicht tatsächlich verändert hat - bis auf den kleinen Knick am Samstag nach oben zeigt die die Trendgewicht-Kurve nach unten!

Wie bekommt man die Schwankungen mit Trendgewicht nun aus der Kurve?

Mit ein bisschen Grübeln kommt man auch selbst auf eine erste Lösung - man bildet den Durchschnitt der einzelnen Gewichte. Also alles zusammenzählen und durch 7 Tage teilen:
   Montag        101.4
+ Dienstag      100.5
+ Mittwoch     101.0
+ Donnerstag  101.0
+ Freitag         101.4
+ Samstag       102.8 
+ Sonntag       101.2
=  709.3 kg / 7 Tage 
=  709.3 kg / (1+1+1+1+1+1+1 Tage)
= 101.3 kg
Mein durchschnittliches Gewicht in dieser Woche war also 101.3 kg. (Die +1+1-Zeile erklärt sich gleich). 

Wenn ich das auch für die Woche vorher, und für die Woche davor mache, habe ich schon eine sehr stark vereinfachte Kurve aus drei Werten für drei Wochen, die sämtliche Schwankungen ignoriert. Wenn man nun die Differenzen zwischen diesen drei Wochen berechnet, weiß man schon mal grob, was man abgenommen hat. Das hilft aber nur, den Unterschied zwischen ganzen Wochen zu sehen, spannender wäre schon von Tag zu Tag.

Und eines bleibt unberücksichtigt - das Gewicht von vor einer Woche ist nicht so wichtig, wie das Gewicht, das ich heute auf die Waage bringe. Bei einem Durchschnitt sind alle Gewichte, die eingehen, gleich wichtig.
So liest man die Waage richtig

Der Trend

Nochmal: Der heutige Tag ist wichtiger, als der vor einer Woche oder gar vor einem Monat oder vor einem Jahr - deshalb ist ein einfacher Durchschnitt keine große Hilfe.

Und wenn eine Zahl in der Statistik "wichtiger" ist als eine andere, dann "gewichtet" man diese Zahlen - man multipliziert sie einfach mit einer beliebigen Zahl, die die "Wichtigkeit" ausdrückt.

Je "wichtiger" uns ein Wert ist, desto höher multiplizieren wir ihn. Wir sagen einfach, der heutige Sonntag ist viel wichtiger als der Montag vor einer Woche, deshalb nehmen wir das Gewicht vom heutigen Sonntag mal 7, das vom letzten Montag nur mal 1. Verrückt, oder? Das ist Statistik... :) Ansonsten nehmen wir wieder den Durchschnitt.

Beispiel


   Montag          101.4  * 1
+ Dienstag        100.5  * 2
+ Mittwoch        101.0  * 3 
+ Donnerstag    101.0  * 4
+ Freitag           101.4  * 5
+ Samstag         102.8  * 6
+ Sonntag         101.2  * 7
= 2841.6 kg  /   (Gewichtung = 7+6+5+4+3+2+1)
= 2841.6  kg / (Gewichtung = 28 )
= 101.49 kg
Das neu berechnete Trendgewicht für den Sonntag beträgt also 101.49 kg.
Das gleiche mache ich auch für den Samstag, mit den jeweils 6 Tagen vorher.
Und für den Freitag, den Donnerstag etc.

Ich mach das für jeden Tag, für den ich eine Woche vorher Daten gesammelt habe und erhalte die Trendgewichte für jeden Tag und somit die Trendkurve, die sich nun einfach ablesen lässt.

Das ist nur der Weg, natürlich mach ich oder Du das nicht selbst, dafür gibt es Apps. :)

Wie passt das zu der Grafik oben?

Trendgewicht


Die Trendanalyse oben zeigt als Gewicht für den Sonntag nicht 101.49 kg, sondern 102.0 kg.
Das liegt schlicht und einfach daran, dass die Trendberechnung für den ersten angezeigten Tag nicht beim Montag mit 101.4 begann, sondern schon die Werte von der Woche vorher berücksichtigt - mein Waagengewicht war in der Woche vorher höher, dementsprechend kommt auch die blaue Trendlinie bereits von oben rein.

Nie mehr Angst vor der Waage dank Trendgewicht

Als Beispiel unten mal vier Wochen von mir. Das Gewicht schwankt von 101.9 kg bis 104.5 kg (um 2.6 kg).

Jedes Spitzengewicht ein Grund, die Diät abzubrechen.
Die Waage (die Säulen im Hintergrund) lässt eine Abnahme schwer erkennen - 
die bereinigte Trendgewicht-Kurve zeigt deutlich, dass es nach unten geht. 



Trendgewicht
Trendgewicht: Abnahme von 900 g in vier Wochen - 
nicht mal die Abnahme von Montag zu Montag (Zahlen oben) zeigt das ganze Resultat.
Das Trendgewicht ist also wesentlich genauer, als sich nur einmal die Woche zu wiegen.


Was kann man damit noch machen?

Wie Du im Kapitel über Kalorien gelernt hast, kann man durch Gesamtumsatz und Tagesbilanzen den zu erwartenden Gewichtsverlust pro Woche ermitteln. Da wir mit dem Trend jetzt eine genaue Gewichtskurve und somit genaue Gewichte zu einzelnen Tagen bekommen, geht das auch anders herum: sogar ganz ohne Erfassung der täglichen Nahrungs- und Sportkalorien kann man aus den Gewichtsunterschieden die angefallenen täglichen Kalorien ermitteln.

Eine gute App merkt also, wenn Du bei den täglichen Eintragungen etwas vergessen haben musst, weil deine Trendgewichtsentwicklung nicht dazu passt oder sogar alle Kalorien automatisch berechnen, allein aus den Waagewerten.

Das Trendgewicht hilft Dir also, die Motivation zu behalten, dein Zielgewicht zu erreichen und nicht vorher vor den Waagewerten und einer irreführenden Gewichtskurve zu resignieren.


Zusammenfassung des Trendgewichts

  • eine simple Gewichtskurve lässt sich nicht in jedem Fall richtig ablesen, oft vermutet man eine Zunahme, obwohl eine Abnahme vorliegt - frustriert beendet man die eigentlich erfolgreiche Diät!
  • eine simple Gewichtskurve ist wegen der Gewichtsschwankungen (Wasser und Glukose) ungenau, um ca. 3 kg
  • eine simple, aber ebenfalls ungenaue Methode, die Kurve zu bereinigen, ist der Wochendurchschnitt
  • eine bessere Methode ist der Trend, ein wandernder, gewichteter Durchschnitt
  • die beste Methode ist der exponentielle Trend, hier nicht mehr erklärt
  • der Trend ermöglicht es, täglich auf das Gramm genau die Gewichtsunterschiede zu erkennen, wozu die übliche Gewichtskurve nicht fähig ist
  • durch die genauen täglichen Trendgewichte können auch alle Kalorien rückwirkend genau berechnet werden

Links

Keine Kommentare :

Kommentieren

Navigation

Verzeichnisse